Dr. Robert Finke Heilpraktiker für Psychotherapie in Berlin
Dr. Robert Finke Heilpraktiker für Psychotherapie in Berlin

Arten von Trauma

Es existieren verschiedene Arten von psychischen Traumatisierungen:

 

  • Existenzielles Trauma, bei dem es unmittelbar um Leben und Tod geht. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine Mutter versucht, ihr Kind abzutreiben. Das ungeborene Kind muss seine Todesangst abspalten und in einen Erstarrungszustand gehen, um nicht an einem Übererregungszustand zu sterben.

 

  • Verlusttrauma, etwa beim Verlust wichtiger Bindungspersonen. Schlimmstes Traumagefühl ist hier der Verlustschmerz.

 

  • Trauma der Liebe, wenn etwa der liebevolle Kontakt, den ein Kind zum Überleben braucht, nicht gegeben ist. Hierbei entwickeln sich verschiedene mögliche Überlebensstrategien in der kindlichen Psyche, die sich im ungelösten Fall ein Leben lang fortsetzen können:

             Die Eltern werden idealisiert.

 

             Um deren Liebe wird ein Leben lang verzweifelt gekämpft.

 

             Das Kind identifiziert sich mit Trauma-Überlebensstrategien der                 Eltern.

 

             Das Kind verbindet sich mit den Traumagefühlen der Eltern.

 

             Es versucht, den Eltern zu helfen und sie zu retten.

 

             Das eigene Psychotrauma wird ignoriert.

 

  • Trauma der Sexualität, bei dem ein Mensch gegen seinen Willen sexuell stimuliert und zu sexuellen Handlungen gezwungen wird. Alle Arten von sexuellem Mißbrauch sind hier zu finden. Die damit verbundenen Empfindungen von Schmerz, Erniedrigung, Angst, Wut, Scham und Ekel müssen abgespalten werden, da sie unerträglich sind. Die Betroffenen möchten am liebsten ihren Körper völlig loswerden.

 

  • Bindungssystemtrauma, bei dem ein Mensch in einer ganzen Gemeinschaft feststeckt, die aus Täter-Opfer-Beziehungen bestehen. Das kann die gesamte Herkunftsfamilie sein, die Firma oder auch das Land, in dem er lebt.

 

Die IoPT fasst diese verschiedenen Arten von Trauma zu einem gesamten Entwicklungsmodell zusammen. Es zeigt sich, dass das Trauma der Identität, das bereits im Mutterleib entsteht, Ausgangspunkt für eine regelrechte Traumabiografie ist. Ein Kind, das im Mutterleib bereits fühlt, nicht gewollt zu sein, muss sein Ich und sein Willen aufgeben, um weiter in der Beziehung zur Mutter bleiben zu können. Es identifiziert sich mit ihrem Wollen und unterdrückt sein eigenes. Der eigene Schmerz wird bereits hier ausgeblendet.

 

Aus dem Trauma der Identität entsteht notwendigerweise das Trauma der Liebe. Die eigenen Bedürfnisse werden den Bedürfnissen der Personen untergeordnet, von denen man Liebe erwartet: Ich bin glücklich, wenn Du glücklich bist. Und wenn es Dir nicht gut geht, bin ich dafür verantwortlich.

 

Das Trauma der Liebe wiederum ist die Basis für das Trauma der Sexualität. Beide, Opfer wie Täter, stecken in der Regel bereits im Trauma der Identität und im Trauma der Liebe fest. Ablehnung und ungestilltes kindliches Verlangen nach Nähe und Körperkontakt führen zu Übergriffen einerseits und zum Zulassen dieser Übergriffe andererseits. Opfer sexueller Übergriffe durch Familienmitglieder berichten später oft, dass ihnen diese Art Kontakt lieber war als überhaupt kein Kontakt.

 

Sämtliche Traumatisierungsformen führen auch zu einer Täterschaft sich selbst und anderen gegenüber. Innere Anteile identifizieren sich mit dem eigenen Vater oder mit der eigenen Mutter, auch wenn diese zu Tätern an ihren Kindern werden. Dies folgt aus der vollkommenen Abhängigkeit eines Kindes. Wut und Aggression müssen unterdrückt werden und richten sich gegen sich selbst, später auch gegen andere Personen im näheren Umfeld.

 

 

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