Dr. Robert Finke Heilpraktiker für Psychotherapie in Berlin
Dr. Robert Finke Heilpraktiker für Psychotherapie in Berlin

Bindung 

 

Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen sind ein klassisches Thema, aufgrund dessen  sich Menschen therapeutische Hilfe suchen.

 

So ist Bindungsangst ein sehr häufiges Phänomen. Obwohl sich die meisten Menschen nach liebevollem Kontakt und Geborgenheit sehnen, scheuen sich viele, eine feste Bindung einzugehen, leben in schnell wechselnden Beziehungen oder suchen sich unbewusst Partner, die nicht erreichbar sind.

 

Die frühen Kontakterfahrungen zu den primären Bindungspersonen – in der Regel die eigenen Eltern- prägen uns ein Leben lang. In den ersten Lebensjahren sind wir darauf angewiesen, dass gerade unsere Mutter unsere Bedürfnisse erkennt und angemessen darauf eingeht. Unser Selbst entwickelt sich aus dieser primären Beziehungserfahrung. Es kann kaum genug betont werden, wie stark diese unsere gesamte spätere Sicht auf uns selbst und die Welt prägt. Eine sichere Bindung versetzt das Kind in die Lage, sich später als Erwachsener auf andere Menschen einzulassen, zu vertrauen und stabile Beziehungen einzugehen. Wird eine solche sichere Bindung nicht aufgebaut, erleiden wir ein Bindungstrauma.

 

Diese frühen Erfahrungen müssen nicht vordergründig gewalttätig sein, um tiefe Narben zu hinterlassen. Hat ein Kind gewalttätige Eltern oder diese verloren, handelt es sich zwar um ein traumatisches Erleben. Doch ist die Situation hier wenigstens eindeutig. Es ist für die kindliche Psyche verwirrender, wenn die Eltern zwar da, jedoch emotional nicht erreichbar sind.

 

Die Kommunikation zwischen Mutter und Kind geht vor allem von Unbewusst zu Unbewusst vor sich. Kinder haben sehr feinfühlige Antennen dafür. Sie geraten in einen bedrohlichen Konflikt zwischen Nähe und Distanz, zwischen oberflächlicher und eigentlicher Botschaft, wenn die Mutter zwar körperlich nah, innerlich jedoch aufgrund eigener Traumatisierungen nicht mit sich selbst und ihrem Kind in Kontakt ist. Wenn sie zwar vorgibt, ihr Kind über alles zu lieben, innerlich jedoch ambivalent bleibt, oder es unbewusst gar ablehnt. Wenn ein oder beide Elternteile das Kind mit der eigenen unerfüllten Bedürftigkeit vereinnahmen. Es entsteht eine starke Ambivalenz. Kontakt wird an verwirrende, oft beängstigende Erfahrungen gekoppelt. Da Kinder anfangs vollkommen vom Kontakt zu den Eltern abhängig sind, müssen sie sich binden und die negativen Erfahrungen aus dem Bewusstsein abspalten.  

 

Selbst traumatisierte Eltern können die psychische Not des Kindes nicht sehen, da sie sonst mit ihrem eigenen verdrängten Schmerz in Kontakt kämen. Statt ein eigenes gesundes Ich zu entwickeln, verstrickt sich das Kind mit dem traumatisierten Ich der Mutter oder des Vaters und entwickelt unbewusst Strategien, damit zurechtzukommen. Das kann zu lebenslangen gegenseitigen Abhängigkeiten führen und den erwachsenen Menschen daran hindern, ein eigenes autonomes und erfülltes Leben zu führen.

 

Informationen zum Thema Kinder und Kindererziehung finden sie auch unter folgendem Link:

 http://www.bambiona.de/thema/kindererziehung

 

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