Dr. Robert Finke Heilpraktiker für Psychotherapie in Berlin
Dr. Robert Finke Heilpraktiker für Psychotherapie in Berlin

Kindheit und Trauma

Die frühe Kindheit und die Erfahrungen, die wir in dieser Zeit machen, stellen die Weichen für unser gesamtes späteres Leben, Wahrnehmen, Denken und Fühlen.

 

In den Aufstellungen zeigen sich immer wieder traumatisierte Anteile der Klienten, die in einem kindlichen Stadium steckengeblieben sind. Für sie ist die Zeit stehengeblieben, obwohl der Klient längst erwachsen ist – ein Merkmal von Traumatisierungen. Sie leiden, befinden sich in höchster Not, haben Angst.

 

Kinder sind besonders anfällig für Traumatisierungen. Bei ihnen spielt sich das Erleben traumatischer Erfahrungen oft still  im Alltag ab: wiederholte psychische oder physische Übergriffe seitens der Erwachsenen. Erwartungen an das Kind, anders zu sein, als es ist, beispielsweise ein Junge zu sein statt ein Mädchen. Unerfüllte Bedürfnisse der Eltern befriedigen zu müssen. Die unbewusste Ablehnung der Mutter zu spüren, weil sie mit Männern vor allem Gewalterfahrungen machte, und man selbst ein Junge ist. Ungewollt oder sogar beinahe abgetrieben worden sein.

 

Die Verletzung ist meist sogar umso schwerwiegender, je subtiler die schmerzhafte Erfahrung war. Ein prügelnder Vater ist schlimm, jedoch zumindest eindeutig. Doppeldeutige Signale („Du warst immer ein Wunschkind!“ vs. „Eigentlich wollte ich gar kein Kind mehr.“) verwirren die Psyche des Kindes und führen zu tiefen inneren Brüchen. Das schmerzhafte Erleben wird verdrängt und verbleibt im kindlichen Zustand.

 

Dazu kommen Täter-Opfer-Dynamiken. Kinder sind zunächst völlig von ihren primären Bindungspersonen abhängig. Der Verlust oder das Nichtvorhandensein ihrer Liebe wird als lebensbedrohlich empfunden. Sie müssen idealisiert werden, liebende Väter oder Mütter bleiben. Sie dürfen nicht übergriffig oder gar gewalttätig sein. Um diese Idealisierung aufrecht zu erhalten, werden eigene Abwehrimpulse unterdrückt. Oft werden Täter verinnerlicht- deren Aggression gegen sich selbst gerichtet. Kinder sehen sich dann selbst als Schuldige. So entstehen in unserer Psyche Introjekte: Innere Anteile, die die traumatische Erfahrung mit einem Erwachsenen repräsentieren und sich in selbstschädigendem Verhalten manifestieren.

 

Kinder besitzen die Gabe, elterliche Bedürfnisse nonverbal zu erfassen. Sie passen sich den Erwartungen perfekt an. Den Eltern Liebe, Halt und Unterstützung zu geben, dreht die natürlichen Verhältnisse um und stellt eine Überforderung dar, die zu seelischem Schaden führt. Die Bedürfnisse der Erwachsenen werden den eigenen, kindlichen übergestülpt. Dies führt zu einer inneren Rollenverteilung, die im Erwachsenenalter bestehen bleibt.

 

Für ein Kind stellt die elterliche Bindung das Wichtigste dar. Für diese sind sie bereit alles zu opfern.   Sie spüren traumatisierte Anteile in den Eltern auf, oder Trauma im Familiensystem, das sich über mehrere Generationen hinweg erstrecken kann. Sie übernehmen Rollen, um zu stützen, nicht zu belasten, Trost zu spenden oder Ziele zu verwirklichen, die anderen versagt geblieben sind.

 

Symptome dafür, dass etwas nicht stimmt, treten in der Regel erst während der Pubertät oder später auf: Suchtprobleme, selbstschädigendes Verhalten, Essstörungen etc. 

 

 

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